Sonntag, 4. August 2013


3. Medien, Örtlichkeiten, Kulturaustausch
Tanzveranstaltungen finden gewöhnlich in Theatern statt. Örtlichkeiten denen Licht und Kulisse einen speziellen Rahmen verleihen. Heutzutage geschieht Tanz überall. Die Idee für unsere Performance ist es, sich in Kunstgalerien und Ausstellungsräumen zu präsentieren. Wir nutzen die Schlichtheit der Räumlichkeiten um eine direkte und pure Kommunikation mit dem Publikum zu erreichen.
Eine Tänzerin stellt ihren Körper als Medium zur Verfügung, ihre Arbeit ist sie selbst, sie ist das Resultat ihrer Bemühungen. Die Bildhauerin und die Töpferin arbeiten in der Intimität ihrer Werkstatt. Die dort gefertigten Kunstwerke sind das Objekt einer Ausstellung. Sie sind die Anwesenheit von Publikum während ihrer Arbeit nicht gewohnt. Interessant für unser Projekt ist nicht der exhibitionistische Aspekt, sondern der bewusste Zustand, der Moment der vollen Konzentration den es beim Schaffen erfordert. Die gemeinsame Suche nach diesem Zustand ist daher Teil des Projektes.
Die drei Künstlerinnen leben und arbeiten in St. Gallen und Region. Ihre Wurzeln liegen bei jeder von ihnen an unterschiedlichen Orten.
Raquel stammt ursprünglich aus Puebla in Mexiko.
Zaida ist geboren und aufgewachsen in Granada, Spanien.

Esther ist aus der Schweiz.
Die Gemeinsamkeit und gleichzeitigen Unterschiede, die sich aus Wohnsitz und Herkunft ergeben, sind ein beflügelnder Teilaspekt des Projektes.

Geplante Orte unseres Vorhabens sind:
• Puebla(RegionZaragoza)undJuchitán(RegionZaragoza)inMexiko
• Granada(StadtundProvinz)inSpanien
• SanktGallen(StadtundKanton)und der Kanton Appenzell in der Schweiz


4. Thematik: Erde, Frau, Mutter, Permakultur und Matriarchat
Lehm ist fragil, man kann ihn mit Leichtigkeit zerbröseln. Früher war Ton ein Symbol für Armut, für einfache Menschen. Der Fortschritt ist eine masslose Maschinerie. Sie verschlingt alles mit ihrem Wachstumseifer. Fortschritt arbeitet für gewöhnlich nicht Hand in Hand mit veralteten Gegenständen und bezieht sie nicht länger in neue Perioden mit ein, so als hätte das Wissen um sie nie existiert. Heutzutage gibt es glücklicherweise eine Neigung zur Rückbesinnung von Bräuchen und uraltem Wissen. Neue Wege zu beschreiten ist ein erfreulicher Vorgang, wenn wir ihn verbinden mit den Dingen die wir einst erlernten und die funktionierten.
Das Konzept der Permakultur definiert sich als eine gesellschaftliche Lebensform. Im Allgemeinen spricht man von autarken Gemeinschaften, welche die Güter erzeugen, die sie konsumieren oder mit anderen im Austausch stehen. Es ist ein Modell für nachhaltige Lebensräume. Zur Philosophie gehört der soziale Aspekt des Austausches.
Das Wort Permakultur ist eine Kurzform von permanenter Agrikultur, sowie von permanenter Kultur. Kultur und Kunst in das soziale Leben zu integrieren ist ein Bestreben von Permakultur. Es geht um das Verstehen von Natur und ihrer Umgebung. Erfahrungen und Visionen wollen geteilt sein. Kunst als menschliche Stimme und soziale Antwort. Diese Art von sozialer Struktur, welche Permakultur anregt, ähnelt den sozialen Formen von Matriarchat, welche ebenfalls nachhaltige, autarke Anordnungen aufzeigen. Das Ideal dieser Gemeinschaften ist die Verteilung und nicht die Anhäufung, sie sind gekennzeichnet von einer ökonomischen Stufe der Gegenseitigkeit.
Lehm rotiert auf einer Töpferscheibe. Die Hände streicheln, treiben an, suchen die Form. Die Erde und eine Frau an der Drehbank, als würde sie sich selbst erschaffen. Sitzend in ihrer Höhle, schaut sie auf die Rotation der Töpferscheibe. Sie stellt sich vor ihre Finger sind die Rippe aus der Adam die Eva-Figur erschuf. Die Frau erschafft ihr eigenes Sein. Sie wird aus der Erde wiedergeboren – direkt – ohne patriarchalische Vorstellungen, die sie in irgendein Muster hineinzwingen.
Es regnet. Der überlaufende Samen der Wolken. Das Wasser badet die Erde, und das Leben bewegt sich in ihr Innerstes. Der Mann ist Wasser, ist Fluss und spendet seinen Samen, um das Leben der Erde zu erwecken. Die Natur wird geboren und wächst. Sie ist wohltuend zu denen, die sie gut behandeln, sie strahlt Befriedigung und Liebe aus. Aber sie kann auch unerhört grässlich und furchtbar sein. Der Störenfried sollte ihre gewalttätige Gestalt wirklich fürchten. 

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